12.07.2007 - Neues W1 Special: How to Wakesurf
Der große Wakesurf Starter Guide
In den letzten Jahren erfreut sich das Wakesurfen immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt aufgrund des leichten Erlernens und wegen der geringen Verletzungsgefahr wächst diese Sportart von Jahr zu Jahr. Wer einmal das Gefühl erlebt hat ohne Leinenzug die Welle abzureiten, möchte nicht mehr aufhören - Wakesurfen macht süchtig!



Cutback im Gegenlicht


Das richtige Boot zum Wakesurfen
 
Gleich vorneweg das Wichtigste: Wakesurfen ist nur an Booten mit starrer Welle, also an Wasserski- und Wakeboardbooten erlaubt. An Booten mit Z-Antrieb oder Außenborder wäre die Gefahr in die Schraube zu geraten einfach zu groß. 



Starre Welle? Ja! - Wakesurfen möglich :-)

Als „Wellenmacher" sind also grundsätzlich alle Ski- und Wakeboardboote geeignet, wobei natürlich gesagt werden muss, dass große und breite Boote in Kombination mit der richtigen Beladung eine bessere Welle schmeissen können als kleine Boote. Dennoch kann man auch an einer 2001er Ski Nautique viel Spass haben. Es muss nicht unbedingt eine X-Star oder eine Centurion sein.


Das richtige Setup des Boots

Auf den ersten Blick könnte man denken: Je mehr Ballast, desto besser die Welle. Ganz so einfach ist es aber leider nicht, denn was nützt z.B. eine extra große Welle, wenn sie schäumig oder viel zu kurz ist. Wie so oft liegt hier der Teufel im Detail und die richtige Anordnung des Ballasts ist eine Wissenschaft für sich. Ziel ist es natürlich eine möglichst lange, sauber geshapte und dennoch massige Wake zu erzeugen.
 
Da jedes Boot einen anderen Rumpf hat, kann man sehr schwer universelle Tipps geben. Es gibt aber einige Grundregeln, die bei jedem Boot gleich sind.
 
Erster entscheidender Parameter ist natürlich die Geschwindigkeit des Bootes und somit des Surfers. Diese ist primär abhängig vom Wakesurfbrett und dessen Grundgeschwindigkeit sowie von der Rumpfform des Bootes. Als Anhaltspunkt kann man von 16 - 18 km/h ausgehen. An unserer 06er X-2 surfe ich zur Zeit z.B. mit 17,5 km/h. 


 
Wichtig: Die Länge des surfbaren Bereichs ist entscheidend!

Die Geschwindigkeit beeinflusst auch die Länge der Welle, weshalb es ratsam ist, sich erstmal von dieser Seite an das richtige Setup heranzutasten. Es sollte das Ziel sein, einen surfbaren Bereich von mindestens 2 - 3 m zu erzeugen. Sobald der surfbare Bereich diese Länge erreicht, ist es möglich kleinere Surf-Tricks zu machen.
 
Die Länge des surfbaren Bereichs kann auch durch das Verhältnis des Ballasts vorne / hinten gesteuert werden. Viel Ballast im Heck des Bootes bedeutet eine hohe aber dafür kurze Welle. Viel Ballast im Bug bewirkt eine kleinere und längere Welle.
 


Fatsac im seitlichen Stauraum unter den Sitzen

Um eine schön geformte Welle zu erzeugen, ist es nötig das Boot zu einer Seite hin abzuladen. Für regular Fahrer ist es üblich die linke (backbord-) Seite des Bootes zu beladen, so dass der Surfer die Welle frontside fahren kann. Je nach Boot müsst ihr experimentieren wie viel Grundballast und wie viel seitlichen Ballast ihr reinpacken könnt. Oftmals erzeugen Boote bei einer ganz bestimmten Seitenneigung den optimalen Shape - steigert man die Neigung darüber hinaus, wird die Form der Welle wieder schlechter. Es gilt also das richtige Maß zu finden.
 
Auch die Rotationsrichtung des Props ist entscheidend: Eine linksdrehende Schraube erzeugt auf der linken (backbord-) Seite einen wesentlich schöneren Shape als auf der rechten (steuerbord-) Seite.
 

Der Start
 
Während die Profis meist direkt von der Badeplattform starten, ist es für Anfänger das einfachste einen gewöhnlichen Wasserstart zu machen. Es gibt keinen großen Unterschied zum Start beim Wakeboarden. Der Bootsfahrer sollte lediglich die Leine etwas auf Spannung halten, so dass der Wakesurfer seine Füße auf dem Brett positionieren kann. Da sich viele  Anfänger schwer tun die Position während der Fahrt zu verändern, solltet ihr euch vorher von einem erfahrenen Wakesurfer die richtige Fußstellung zeigen lassen und von Anfang an so starten.
 


Startvorbereitung mit Leine und Hantel

Die Länge der Startleine dürfte mit ca. 5 m für die meisten Boote richtig gewählt sein. Nach dem Start könnt ihr euch an die beste Stelle der Wake nach vorne ziehen und euch langsam an das Fahren ohne Leine herantasten.

Wichtig beim Start und beim anfänglichen Fahren mit Leine ist, dass ihr niemals die Leine oder die Hantel um eure Hand bzw. den Arm wickelt. Beim Sturz könntet ihr euch dabei gefährlich verletzen. Besser als die dünnen Wakeboard-Leinen sind dicke Surf-Ropes, die besser gegriffen werden können und wegen ihres Durchmessers die Unfallgefahr beim Sturz herabsetzen. 
 

Wakesurfen
 
Wenn ihr den Start geschafft habt, steht dem Surfen nichts mehr im Wege. Durch Gewichtsverlagerung nach vorne oder hinten könnt ihr das Brett beschleunigen oder abbremsen. Kleiner Tipp: Durch das Vordrücken der Knie in Richtung Brettspitze könnt ihr euer Gewicht viel dosierter nach vorne bringen als mit einer Verlagerung des gesamten Körpers. Mit dieser Technik gewöhnt ihr euch außerdem von Anfang an eine tiefe Fahrweise an, was bei späteren Tricks sehr hilfreich ist.
 
Wichtig ist auch, dass die Brettkante, die der Welle zugewandt ist, genügend belastet wird: Also bei regular Fahrern auf der linken (backbord-) Bootseite die Toesidekante (= Zehenkante). Durch den Druck des Boards in die Welle und bekommt ihr den Vortrieb, den ihr zum Surfen ohne Leine braucht.
 


Leider nur fast gestanden: Shuvit :-(

Solltet ihr mit ein wenig Talent gesegnet sein, werdet ihr schon nach kurzer Zeit ohne Leine fahren und die ersten Tricks probieren. Kleine Shiftys auf dem Wellenkamm und 360er sind relativ einfach zu erlernen. Air-Tricks (Sprünge) und Skatetricks wie z.B. ein Shuvit sind dagegen schon die hohe Kunst des Wakesurfens.
 

Das Wakesurfbrett
 
Die halbe Miete bei der Auswahl des Wakesurfbretts ist die richtige Größe. Ihr solltet euch unbedingt an die Herstellerangaben halten, denn das Surfen mit einem zu kurzem Brett und zu wenig Auftrieb bringt keinen Spass.



Beladenes Boot & Surfstyle Board von New Schnitzel...es kann losgehen!

Zu unterscheiden gibt es inzwischen 3 Kategorien: Surfstyle-Bretter, Skimstyle-Bretter und Crossover-Bretter. Für Anfänger sind die einfach zu beherrschenden Surfstyle-Bretter erste Wahl. Ich persönlich bevorzuge inzwischen die Crossover-Bretter á la New Schnitzel Asterisk, da sie eine perfekte Symbiose aus Drehfreudigkeit, Schnelligkeit und genügend Auftrieb bieten. Selbst bei Booten mit kleineren Wellen bieten diese Bretter eine Menge Spass.


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Text: Reto / Wakeboard1.de
Fotos: Pete / Wakeboard1.de, Harry Döpfert


 
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