Die technischen Daten der MasterCraft X-2
Länge: 6,10 m ohne Plattform; 6,85 m mit Plattform
Breite: 2,39 m
Tiefgang: 80 cm
Leergewicht: 1580 kg
Stauraum: 21,30 m³
Standard Engine: RTP-1 310 PS
Test Engine: MCX 350 PS
Factory Ballast vorne: 115 kg
Factory Ballast hinten rechts und links: je 70 kg
Das Handling
Eine Wakeboard-Saison sind wir nun mit der 2008er X-2 gefahren. Am meisten überraschte uns im täglichen Betrieb das super Handling des Bootes. Selbst mit viel Beladung bleibt die X-2 sehr wendig und hat ein ausgezeichnetes Fahrverhalten selbst in engen Radien. Der Rumpf zieht in jeder Schräglage sauber um die Kurve ohne zu Verschneiden.
Durch das tiefe V im vorderen Bootsbereich bleibt die X-2 auch bei Wellengang sehr angenehm zu fahren. Selbst beim 2up schneidet der Rumpf sauber durch die Wellen - man hat nicht wie bei vielen anderen Booten das Gefühl das Boot fällt auseinander.
Komfort und Gimmicks
Eines muss man MasterCraft lassen: Der Komfort im Innenraum ist einfach unschlagbar. Das Design ist sehr geradlinig und stylisch, die Polster sind sauber verarbeitet und sehr passgenau. Man fühlt sich von der ersten Sekunde an wohl in diesem Boot und kann die edle Verarbeitung mit vielen Aluteilen geniessen. Die Instrumente, das Lenkrad, das Towerdesign - alles wirkt wie aus einem Guss.

Absolut unschlagbar für ein Boot dieser Größe ist der Stauraum. Unter dem Beifahrersitz konnten wir locker 1 Wakeboard mit Bindung und meine 2 Wakesurfbretter unter bringen. In den Staufächern hinten rechts und links ist selbst mit zusätzlichen Fatsacs noch genug Platz für alle Neoprens, Boardshorts und Rucksäcke. Das Stauvolumen ist mit über 21 m³ einfach gigantisch. Gut für Leute wie mich, die ein aufgeräumtes Boot lieben :-)
Sogar für eine große Kühlbox - die serienmäßig dabei ist! - ist ein passgenauer Platz vorhanden. Der Teppich ist serienmäßig herausknöpfbar, was eigentlich bei jedem Boot Standard sein sollte.
Technik und Innovation
Gleich ins Auge fällt natürlich das MasterCraft VDIG Display, das seit 2008 serienmäßig in der X-2 ist. Das Display ist im zentralen Rundinstrument untergebracht und verfügt über viele Einstellmöglichkeiten. In der Hauptanzeige kann man z.B. 4 individuelle Funktionen gleichzeitig anzeigen lassen. Wir hatten meistens die Wassertemperatur, Wassertiefe, Stundenzähler und digitale Geschwindigkeit eingestellt. Bei der Benutzung des Perfect Pass wird dieser automatisch über die ganze Displaygröße angezeigt.

Das Display ist eine feine Angelegenheit, auch wenn bei sehr starker Sonneneinstrahlung das Ablesen etwas schwer fällt. Aufgrund der vielen Möglichkeiten möchten wir auf dieses Gimmick aber nicht mehr verzichten. Ab der 2009er Modellreihe ist es sogar möglich externe Videoquellen an das VDIG anzuschließen.
Unsere X-2 war mit der MCX Maschine ausgestattet. Diese leistet 350 PS und ist mit 2 geregelten Katalysatoren ausgestattet. Seit 2008 wird die X-2 mt einer etwas kürzer übersetzten Schraube ausgeliefert, so dass der "Holeshot" (so sagen die Amis zur Beschleunigung aus dem Stand :-)) selbst mit viel Beladung sehr gut ist.

Die Endgeschwindigkeit bei 5.200 Umdrehung liegt hingegen nicht sehr hoch. Bei GPS-gemessenen 76 km/h ist Schluss mit der Beschleunigung.
Wichtiger als die Endgeschwindigkeit ist der Verbrauch: Mit 18-25 Liter/h war dieser Wert sehr gut. Die 18 Liter/h erreichten wir beim gemischten Fahren mit wenig bis gar keinem Ballast. Im reinem Wakeboardbetrieb mit Ballast muss man von 25 Liter/h ausgehen. Noch höher wird der Verbrauch beim Wakesurfen liegen. Diesen haben wir aber nie ausgerechnet - der Spass am Surfen soll ja erhalten bleiben.
Die Wakeboard Wake
Für die meisten Käufer das Kaufkriterium No.1: Die Wake. Wie bei vielen modernen Wakeboardbooten mit einer verhältnissmäßig großen Breite braucht auch die X-2 viel Gewicht um einem Topfahrer die nötige Abschussrampe zu bieten.

Mit Factory Ballast alleine hat die Wake eine sehr saubere, rampy Form, die jeden Freizeitfahrer voll zufrieden stellen wird. Die Höhe ist eher als moderat zu bezeichnen. Wir hatten zusätzlich zum Factory Ballast noch die Fly High Pro Series Fatsacs für die X-2 installiert. Diese Fatsacs sind genau auf die vorhandenen Maße der hinteren Staufächer und der Staufächer im Open Bow abgestimmt.
Mit dieser zusätzlichen Beladung wird die Welle auch für ambitionierte Rider sehr gut. Die Form würde ich als Mittelding zwischen der sehr weitgezogenen X-Star Welle und der eher steilen Super Air Nautique 210 Welle bezeichnen. Die Wake ist sehr leicht zu balancieren, d.h. selbst wenn 1 Person im Boot den Platz wechselt, verändert sich die Wake nur geringfügig.
Da der Factory Ballast mit insgesamt 550 lbs (ca. 250 kg) bisher sehr gering war, wird MasterCraft ab Modelljahr 2009 die hinteren Ballasttanks auf 145 kg mehr als verdoppeln.
Die Wakesurf Welle
Um eine Top-Wakesurfwelle zu bekommen sind lange, breite Boote notwendig. Ein kurzes, wendiges Boot ohne Finnen wie die X-2 ist bauartbedingt deshalb erstmal im Nachteil. Dennoch kann die X-2 mit der richtigen Beladung eine gut surfbare Welle produzieren. Die Welle wird sehr massig und hat einen guten Zug.

Nicht ideal ist der Shape der Welle: Mit relativ viel Weißwasser am Scheitelpunkt ist es schwer z.B. bei Airs den richtigen Absprung zu finden. Für auf den Wasser gedrehte Spins hat die Welle beim Surfen immer Spass gemacht. Zum Springen wünscht man sich eine besser geformte Wake.
Die Punktewertung
Handling und Komfort
5 von 5 Punkten
Technik, Styling und Verarbeitung
5 von 5 Punkten
Wakeboardwelle
4 von 5 Punkten
Wakesurfwelle
3 von 5 Punkten
Fazit
Wie eingangs gesagt ist, ist es schwer Aussagen zum "besten Wakeboardboot" zu treffen. Die MasterCraft X-2 hat seine Stärken in der sehr guten Verarbeitung, stylischer Optik, super Handling und einer Top Wakeboard-Welle, wenn die Zuladungsmöglichkeiten ausgenutzt werden.
Durch den enormen Stauraum und die guten Fahreigenschaften bei welligerem Wasser ist die X-2 zudem ein ideales Familienboot. Mit einer Länge von nur 6,10 m (ohne Plattform) und einem Gewicht von ca.1.600 kg wird die X-2 auch für Käufer mit kleiner Garage bzw. kleinem Zugfahrzeug interessant.
Informationen über MasterCraft erhaltet ihr beim deutschen MC Importeur, der Firma Muhl Watersports.
www.mastercraft-germany.de
Text: Reto
Fotos: Harry, Reto, MasterCraft












