[Alle Ergebnisse der DM 2009 findet ihr hier]
Die wettertechnischen Vorzeichen für eine Neuauflage der Deutschen Meisterschaft am Fühlinger See standen diesmal nicht gut. Gewitterschauer und windiges Wetter sind nun mal nicht das optimale Wakeboard Wetter. Doch Köln lies Deutschlands Wakeboarder auch dieses Jahr nicht im Stich.
Während links und rechts neben der Wettkampfstrecke die Regenwolken vorbei zogen, blieb es am Fühlinger See bei sommerlichen Temperaturen trocken und angenehm. Am Sonntag wurde es sogar richtig warm und lockte mehrere tausend Zuschauer in den Kölner Norden.

Der Fühlinger See - dieses Jahr leider im Wolkenschleier | Foto:PPRILL
Mit knapp 40 Starten war die DM 2009 erfreulich gut besucht. Darunter auch viele neue Gesichter bei der DM Boot wie Steffen Vollert und Dominik Gührs. Dazu waren mit David Vervenne aus Belgien und Bunyalo Lota Jumruang aus Thailand zwei absolute Toprider als Showfahrer am Start.
Zu den fahrerischen Bedingungen in Köln braucht man wohl kein Wort mehr zu verlieren: Selbst bei zwischenzeitlich aufkommendem Wind blieb die Strecke glatt wie ein Kinderpopo.
Aktivboot legte sich dieses Jahr wieder mächtig ins Zeug und verpasste dem Zugboot ein Ballastsetup, das ohne Übertreibung als mehr als ordentlich zu bezeichnen war. Diese Tatsache spiegelte sich dann auch in Höhe und Intensität der gezeigten Tricks wieder.

Dominik Gührs mit fettem Nose-Glide | Foto:PPRILL
Gleich zu Anfang konnten die Junioren ein Ausrufezeichen setzen. Der Topfavorit und frisch gebackene Europameister am Cable, Dominik Gührs, nahm zum ersten Mal an der DM Boot teil und wollte auch nicht mit leeren Händen zurück nach München fahren. Er zeigte den begeisterten Zuschauern schon im Vorlauf wo der Hammer hängt. Dicht gefolgt von Nico von Lerchenfeld, der sich in seiner Gruppe an die Spitze setzen konnte. Die Stylemaschine aus dem Allgäu musste sich im Finale allerdings Dominik geschlagen geben. Platz Drei ging an Stephan Kraus aus Langenfeld.
Bei den Masters gab es dann gleich eine faustdicke Überraschung. Auf den allerletzten Drücker meldete sich kein geringerer als Sebastian "Mossi" Moskwa für die Seniorenklasse an. Im Vorlauf zeigte er noch Nerven und musste deshalb den mühseligen Weg über das LCQ ins Finale nehmen. Nicht so Siggi Pranke. Der Titelverteidiger setzte sich souverän in der Quali durch und löste das Ticket für den Endlauf.
Das gleiche Bild sahen wir dann auch am Sonntag im Finale: Siggi verteidigte souverän seinen Titel und darf sich ein weiteres Jahr amtierender Deutscher Meister nennen. Mossi schob sich mit einem sicheren Lauf auf den zweiten Rang und feierte ein beachtliches Comeback. Knapp geschlagen geben musste sich Sven Assmuth, der den 3. Platz belegte.
Die amtierende Deutsche Meisterin bei den Ladys, Petra Reißmann, konnte ihren Titel leider nicht verteidigen. Sie darf sich seit einigen Wochen Mutter nennen und legt momentan eine Babypause ein. Glückwunsch! Die Konkurrenz konnte ihr fehlen verschmerzen, denn nun wurden die Karten neu gemischt: Gleich drei neue Gesichter waren mit Ulla Göddertz, Anja Petry und Steffi Meßer bei den Ladies zu sehen. Der Kampf um den Titel war von Anfang an spannend und Steffi Meßer zeigte mit Platz Eins am Samstag, dass für das Finale noch nichts entschieden war. Hier hatte allerdings Gini Pfennings noch ein Wörtchen mit zu reden und sicherte sich ihren ersten Titel am Boot. Gefolgt von einer überglücklichen Ulla Göddertz auf Platz Zwei, sowie Steffi Meßer auf Platz Drei.
In der Königsklasse ging es in diesem Jahr heiß her. Gleich zwei Deutsche Meister mit Marvin Kalter (Open) und Tobias Dammith (Juniors), sowie Bernhard Hinterberger und Steffen Vollert, standen bereit, um Conni Schrader das Leben schwer zu machen. Der Hamburger wollte nach seiner Verletzung im letzten Jahr zeigen wofür er nach Köln gekommen war. Im Vorlauf untermauerte er seinen Titelanspruch mit einem beeindruckenden Lauf - trotz Sturz. Der blieb aber nicht ohne Folgen. Einen anschließender Tantrum to blind konnte Conni noch sicher landen, doch die Schmerzen wurden immer stärker. Diagnose: Mittelfußbruch! Der Hamburger und der Fühlinger See werden wohl so schnell keine Freunde. Gute Besserung an dieser Stelle.

Der neue Deutsche Meister on Air | Foto:PPRILL
Bernhard Hinterberger machte im Finale seinem Spitznamen "The Machine" alle Ehre und schnappte sich nach Jahren der Boots-Abstinenz die Krone. Für eine dicke Überraschung sorgte der amtierende Juniorenmeister Tobias Dammith, der mit einem blitzsauberen Run, den Titel des Vizemeisters für sich beanspruchte. Platz drei ging an Marvin Kalter aus Wilhelmshaven, der seinen Titel nicht verteidigen konnte. Die Holzmedaille ging an Steffen Vollert, der bei seinem ersten Wettkampf am Boot nur knapp das Treppchen verpasste.
Ein weiteres Highlight setzten die Hydrofoiler um Tom Curylo, die einen kleinen Showwettkampf ausfuhren und den Zuschauern mit spektakulären Tricks wie Frontflip oder 360° zeigten, was man mit einem Hydrofoil alles anstellen kann.
Für eine Monster Show sorgten David Vervenne und Lota. Die beiden sympathischen Toprider überboten sich gegenseitig mit diversen Kabinettstückchen und eroberten im Sturm die Herzen der Kölner.
Trotz Finanzkrise stand auch in diesem Jahr wieder ein Rail Battle und 2up Action auf dem Programm. Um den Frust über die Lehmanzertifikate weg zu spülen, sponserte Bitburger handliche 5 Liter Fässchen für die Gewinner.
Auf dem Rail ging es im Prinzip eigentlich nur noch um die Platzierung für Platz Zwei und Drei. Nico von Lerchenfeld, der wohl auf einem Slider zur Welt gekommen ist, lies den Mitstreitern kein Chance und ist wie 2008 King of Rail!
Ihm folgte Steffen Vollert, dem ebenfalls ein recht stylischer Fahrstil nachgesagt wird. Komplett machte das Trio Marvin Kalter.
Beim Double Up ging es dann mächtig zur Sache. Der höchste Sprung ging definitiv an Lota. Er hämmerte einen massiven Glide in den Fühlinger See, der selbst den Donnergott Thor neidisch werden ließ. Dies reichte aber nur für Platz zwei, denn dass Gewalt keine Lösung ist, machte David Vervenne deutlich. Mit einem blitzsauberen Crow Mobe überzeugte er die Judges und ist wieder der Herr über die doppelten Wellen. Ebenfalls ein Platz auf dem Treppchen ging an Bernhard Hinterberger.
Abschliessend bleibt zu sagen, dass sich mit Köln ein Veranstaltungsort der Extraklasse zu etablieren scheint. Um das zu unterstreichen, steht der Termin für 2010 schon fest. Vom 13. - 15. August 2010 heisst es am Fühlinger See wieder: Ready to rumble?
Infos: www.dm-boot.de
Text: Sven Ziegenhagen / mag71
Fotos: PPRILL












