25.08.2009 - Chill and Ride 2009 powered by Nissan
Das Top-Event übertrifft sich selbst
Alle reden von Wirtschaftskrise und sind eher verhalten, wenn es um die Zukunftsaussichten von Boots-Wakeboarding geht. Klar! Es ist ja auch purer Luxus ist, sich von 400 PS über das Wasser ziehen zu lassen. Dennoch beweist das Chill and Ride 2009 mit mehr als 30 angereisten Wakeboardbooten und grob geschätzten 10.000 PS, dass die Boots-Szene ihren Zenith noch nicht erreicht hat!

[Die Fotos vom Event findet ihr hier]

[Alle Ergebnisse des Chill and Ride 2009 findet ihr hier]



Die Location des Chill and Ride 2009

Zum fünften Mal insgesamt und zum dritten Mal am Spot in Freistett, stand dieses Jahr das Chill and Ride, das größte europäische Wakeboard-Boot-Treffen, auf dem Programm. Der Event, der noch vor wenigen Jahren nur ein kleines Zusammenkommen von Gleichgesinnten war und auch in kleinem Rahmen organisiert wurde, ist mittlerweile zum richtigen Top-Event herangewachsen, mit Ausmaßen, die in der europäischen Bootsszene ihres gleichen suchen.



Noch nie waren so viele Wakeboardboote am Start

Am Donnerstag hieß es anreisen für ein langes Wochenende und schon da wurde durch die ein oder andere Warteminute am Slip deutlich, dass die Chancen gut stehen, wieder einen drauf zu setzen und noch mehr Teilnehmer als im Vorjahr anzulocken. Ansonsten war das Donnerstagsprogramm noch recht entspannt. Der ein oder andere testete schon mal die perfekten Bedingungen der Wasserskistrecke an, auf der ohne Probleme viele Boote gleichzeitig fahren konnten, ohne sich gegenseitig das Wasser kaputt zu fahren. Am Abend wurde dann dem Titel Tribut gezollt und die „Chill Out Night“ eingeläutet. Mit dem ein oder anderem Getränk in der Hand konnte man die Ausstellung der Sponsoren durchschauen, sich mit Wakeboardstuff versorgen oder aber sich über die neuesten Errungenschaften der Bootshersteller informieren.



Surfen auf dem Rhein ... Chill and Ride machts möglich

Nachdem es in der Nacht zum Freitag noch einen kurzen Regenguss gegeben hatte, schaltete der Wettergott auf Sommermodus und zeigte sich von seiner besten Seite. Auch am Freitag trafen weitere Boote ein und so füllte sich der Rhein, aber auch der Hafen nach und nach mit feinsten Wakeboardbooten. Ab Mittag hieß es dann GO für die Quali der Wakesurfer. Leider waren an diesem Tag die Bedingungen nur in der Früh wirklich perfekt, da am Nachmittag etwas Wind aufkam, der zwar für die gewünschte Erfrischung sorgte, aber im Gegenzug das Fahren etwas erschwerte. Trotzdem fanden sich verdiente sechs Rider von zwölf gestarteten im Finale ein. Die Quali der Wakeboarder in der Kategorie Amateur Men musste dann auf Grund des kappeligen Wassers auf den folgenden Morgen verschoben werden. Dafür blieb so umso mehr Zeit zum Chillen, sowie das erneute Bummeln durch die Verkaufsläden der Shops in der Ausstellungshalle und alle konnten sich schon auf die anstehende Party am Abend einstimmen. Hier wurde dann erstmals so richtig der Dancefloor gerockt. Es zeigte sich mal wieder, dass die Wakeboardszene einfach feiern kann. Doch für einen Großteil stand am Samstag die Team Challenge an, was den einen früher ins Bett trieb, dem anderen aber die Partylaune nicht verdarb.



Volle Zuschauerränge am Samstag und Sonntag

Am Samstag ging es dann schon am frühen Vormittag mit der Quali der Amateur Men los. Die Zuschauerränge am Ufer des Rheins waren schon am Freitag ganz ordentlich besucht, am Samstag füllte sich das Areal aber immer mehr und die Stimmung war dementsprechend gut. Dafür sorgten auch die Moderatoren des Events, Harry und Jan, die die Zuschauer stets bei Laune hielten und die Action auf dem Wasser auch dem nicht Fachkundigen versuchten etwas näher zu bringen. Das ganze drei Tage am Stück. Hut ab und fetten Respekt, Jungs! In der Quali konnte der erst vor wenigen Wochen bei der DM am Fühlinger See zum Deutschen Meister bei den Masters gekürte Siggi Pranke an einer MC X-35 zeigen, dass er richtig gut in Form ist und staubte sicher den ersten Platz ab. Hinter ihm landete Sven Assmuth an der mag71 X-Star auf Platz 2 und der Dritte ging an Tobias Volpon, der an einer MC CSX, die liebevoll auch als Anglerboot bezeichnet wurde, gestartet war. Die Welle dieses „Kutters“ wurde aber von allen als absolut „fett“ und tauglich bezeichnet und auch das Design war kreativ, so dass sich die Jungs gut in das Gesamtbild einpassten. Die drei erstplatzierten waren auch automatisch für den Pro Men Contest am Sonntag qualifiziert.



Siggi Pranke vor Sven Assmuth auf Platz 1 der Amateur Men

Für den Nachmittag war dann eines der Highlights des Chill and Rides angesetzt. Die Team Challenge stand an und es hatten sich acht Teams angemeldet, um den begehrten Titel unter sich auszumachen. Letztlich konnten aber nur drei ganz vorne landen. Bronze sicherte sich das Team „Unleashed“ aus Frankreich. Diese hatten schon das komplette Wochenende für reichlich Unterhaltung rund um das Event gesorgt und so zeigte die beiden Calvez Brüder, sowie Laurent Pichois und Gérard Brossard, zum einen viel Spaß auf dem Brett, aber auch ordentlich Action auf dem Wasser. Vielleicht wäre es sogar noch weiter nach vorne gegangen, wenn sie die Sache ein Stück weit ernster angegangen wären, aber für ein Grinsen bei den zahlreichen Zuschauern sorgten die vier definitiv. Vor Ihnen platzierte sich das Team „Fantastic Four“, mit Kerstin Kleinenbrands, Alex Neuwirth, Tobias Dammith und Lucas Langlois. Sie zeigten durch die Bank ein extrem hohes Niveau und hatten mit O'Brien und Jetpilot Teamrider Tobi Dammith ja auch den aktuellen deutschen Vizemeister am Boot im Team. Trotzdem reichte die Leistung nicht, um die super stark aufgestellte Truppe des Sponsors Waterworldland, zu schlagen.



Joey Zimmermann vom Team Waterworldland

Diese hatten mit den Belgiern Elke Venken und David Vervenne nicht nur zwei Rider von höchstem europäischen und auch internationalem Niveau buchstäblich im Boot, sondern mit Sebi Thums und Joey Zimmermann auch noch gut nachgelegt. Elke zeigte Tricks, die man von einer Frau in Deutschland so nie zu sehen bekommt und David ist seit Jahren ohnehin für seinen Style, Höhe und Tricksicherheit bekannt. Er haute seine Mobes und Spins so sicher raus, dass kein Zweifel blieb, welches Team den Sieg mit nach Hause nimmt. Dementsprechend feierten sich die drei erstplatzierten Teams am Abend auch auf der Siegerehrung und anschließenden Party. Hier zeigten vor allem die Franzosen vollsten Einsatz und zogen immer wieder alle Blicke auf sich. Die Party wurde zum absoluten Knaller, was man zum einen an dem bis in die frühen Morgenstunden gefüllten Dancefloor sah, zum anderen am folgenden Morgen von allen Anwesenden zweifelsfrei festgestellt wurde.



Die Sieger der Team Challenge

Trotz reichlich Feierei sollte am Sonntag in allen Klassen noch ein Sieger gekrönt werden und deshalb ging es am späten Vormittag wieder für alle auf das Wasser. Vielleicht ist eine Erfrischung nach so einer Partynacht auch nicht das schlechteste, obwohl der Rhein so warm war, dass man eigentlich fast nicht von Erfrischung sprechen konnte. Die Zuschauerränge füllten sich bis zum frühen Nachmittag nach und nach fast über den kompletten 400 Meter langen Wertungsbereich der Wakeboardstrecke und somit waren einige tausend Zuschauer anwesend, die alle Rider lautstark anfeuerten. Auch auf dem Wasser platzierten sich neben den zahlreichen Wakeboardbooten auch noch neugierige Zuschauer entlang der Strecke und somit konnte man fast von Stadionatmosphäre sprechen. Nebenher gab es Gewinnspiele von Sponsoren und es wurde bestens für das leibliche Wohl mit regionalen Grillspezialitäten und Flammkuchen in allen Varianten gesorgt. Auch die flüssige Versorgung durch beflügelte Energydrinks, Erffrischungsgetränke und Bier war gesorgt. Nachdem auch Petrus einen nahezu wolkenfreien Himmel bescherte war alles für ein fettes Finale gerichtet.



Sepp Ascherl surft sich auf Rang 3

Als erstes gingen die Wakesurfer an den Start. Hier musste man zweifelsohne den 360er zeigen, um sich einen Platz auf dem Stockerl zu sichern. Leider hatte der amtierende deutsche Meister, Reto Reißmann nicht sein bestes Wochenende erwischt und verfehlte daher den Platz auf dem Stockerl und landete hinter seinem Teamkollegen und Sponsor, Philipp Mes, von MES Surfboards, auf dem 5. Platz. Auf Platz 3 konnte sich überraschenderweise Sepp Ascherl schieben, der bis 5 Minuten vor seinem Run keinen wirklich fitten Eindruck erweckte, auf dem Wasser aber dann den Lauf seines Lebens zeigte. Mit Dockstart, 360, fetten Cutbacks und einer ordentlichen Portion Style sicherte er sich seinen Platz. Alle der genannten Fahrer waren an der mag71 X-Star am Start und auf MES Surfboards unterwegs.



Die Sieger des Wakesurf-Contests

Den 2. Platz sicherte sich Korina Smyrek auf Ihrem Shred Stixx Surfer. Die Schweizer Protest Teamriderin konnte damit zwar nicht ihren ersten Platz aus der Quali verteidigen, zeigte den meisten gestarteten Männern an der MC PWT 2010 aber trotzdem, dass diese sich warm anziehen müssen, wenn sie sich mit Ihr messen wollen. Vor Ihr platzierte sich nur Ihr Landsmann Jürg Röthlisberger, der ebenfalls an einer X-Star startete. Er war der einzige an diesem Wochenende, der sich am 720 versuchte und nahm somit verdient den Titel mit nach Hause.



Pete Reissmann mit sicherer Backroll

Als nächstes waren die Mädels am Start. Platz 3 ging hier an Kerstin Kleinenbrands, an einer CC Super Air 210. Vor ihr platzierte sich Pete Reißmann, die erst fünf Wochen zuvor Mutter geworden war. Am Vortag in der Team Challenge war es für sie noch nicht so rund gelaufen, aber dafür zeigte Pete am Sonntag eine Leistung als wäre sie den ganzen Sommer auf dem Wasser gewesen und das, obwohl es bis dato genau acht Sets gewesen waren. Die New Schnitzel Teamriderin zeigt ihre Backroll genauso wie sichere 180-Grab-Kombinationen und jede Menge Style. Trotzdem reichte es nicht, um Elke Venken vom Thron zu stoßen.



Platz 1 bis 3 der Ladies: Pete, Elke und Kerstin

Die Belgierin fuhr wahrlich in einer anderen Liga, zeigte mehrere verschiedene Inverts wie Scarecrow, Backroll und Tantrum und kam somit nicht zuletzt auch durch die sicheren Spins bis zum 720 höchst verdient auf den ersten Platz. Eine super Leistung, die auch von den Zuschauern und Moderatoren lautstark gefeiert wurde.



David Vervenne beim Handle-Pass

Den sportlichen Abschluss des Wochenendes lieferte das Duell der Pro Men. Die deutsche Fahne wurde hier von Tobi Dammith auf Platz 4 hochgehalten. Vor allem sein massiver Raley wusste die Massen zu begeistern, aber auch sonst war sein Run nicht von schlechten Eltern und er rutschte nur knapp am Podium vorbei. Vor ihm platzierte sich der eigentliche Favorit und Slingshot-Teamrider, David Vervenne, der in seinem Run überraschenderweise Unsicherheit zeigte und nach gestandenen Spins und seinem fetten Crowmobe zweimal stürzte. Somit war der Weg für Lucas Langlois frei, der sich den zweiten Platz sichern konnte. Den Run des Wochenendes zeigte aber Yann Calvez. Der spaßige Franzose hatte nicht nur abseits des Wasser sichtbar Laune, sondern wusste diese auch auf dem Wasser zu vermitteln.



Kevin und Yann Calvez mit Doppelleine

Hatte er im Showfahren noch mit seinem Bruder zusammen an der Doppelleine das Publikum angeheizt, konnte er hier sein ganzes Potential zeigen. Mobes, Off-Axis Spins und stylischste Grabs ebneten dem Company-Teamfahrer verdient den Platz ganz oben auf dem Stockerl und ein Preisgeld von immerhin 1000 Euro.



Yann Calvez dominiert die Pro Men

Bei der Siegerehrung nahm ein gechilltes Wochenende mit den besten Bootsboardern, die die europäische Szene so zu bieten hat, sein Ende. An dieser Stelle sei zu aller erst Danièl und Tania Butzerin-Schütze gedankt, der mit viel Eigenleistung und der Hilfe seines Teams das Wochenende erst möglich gemacht hat. Dann Dank an Sven Ziegenhagen von Wakesport Deutschland, der mit seinem Team und den Judges für den perfekten sportlichen Ablauf sorgte.



Boote, Boote, Boote...

Jedoch wäre die Veranstaltung in diesem Maßstab nicht ohne die Unterstützung der Sponsoren möglich. An vorderster Front ist hier Nissan zu nennen, aber auch die Jungs und Mädels von Stage Concept waren extrem wichtig um den Rahmen für die Veranstaltung zu schaffen. Und auch Waterworldland, Sea-Doo und Mastercraft Germany by Muhl Watersports sei an dieser Stelle für deren umfangreichen Support gedankt. Natürlich gilt der Dank auch den weiteren Sponsoren, die ihren Beitrag zur Umsetzung des Events beigesteuert haben. Schön, dass es auch in Zeiten der Wirtschaftskrise möglich gemacht wurde, die Veranstaltung stattfinden zu lassen. Dank an dieser Stelle natürlich auch an die Medienpartner für die Kommunikation in Print und Onlinemagazinen.



Danièl Butzerin-Schütze

Auf das Erreichte kann definitiv stolz geblickt werden und trotzdem werden sich die Organisatoren nicht auf Ihren Lorbeeren ausruhen, sondern auch im kommenden Jahr bestimmt einen ebenso perfekten Event hinstellen, der wieder zahlreiche Sportler und Begeisterte aus der Szene nach Freistett lockt, aber auch von unbedarften Zuschauern so gut angenommen wird. Wir freuen uns schon jetzt auf 2010, denn das Chillen und Riden in Freistett ist selbst die weiteste Anreise Wert!


[Alle Ergebnisse des Chill and Ride 2009 findet ihr hier]



Text und Fotos: Benjamin Wiedenhofer


zurück